Blue Mountains 29.-31.08.2011

Eigene Bilder von den Blue Mountains ab morgen...

Dienstag, 30.08.2011

Heute bin ich früh aufgewacht… es war erst gegen 7 Uhr und ich konnte einfach nicht mehr einschlafen. Schuld daran war unter anderem die Sonne, die so schön durch meine Gardinen schien. Also, dachte ich, gehe ich doch einfach mal zum Echo Point runter und schaue mir die Three Sisters und das Tal im Morgenlicht an bevor es ab 8.30 Uhr Frühstück gibt. Noch bevor ich mich fertig gemacht hatte sah ich schon von meinem Zimmer aus, das Nebel aufgezogen war. Bis ich zum Echo Point kam gegen 8 Uhr konnte man schon fast nicht mehr die Bäume direkt unterhalb des Aussichtspunkts sehen. Das scheint hier nicht ungewöhnlich zu sein. Also stand ich da, starrte in die Leere wo ich wusste, dass ein großes und tiefes Tal lag und lauschte einfach den Geräuschen rund herum – aus der Ferne die Katoomba Falls, die Vögel, die zum Morgengesang anhoben… es war wundervoll und ich war dort unten ganz alleine. Zurück zum Hotel um zu frühstücken und danach auf den ersten der Hop-On Hop-Off Busse. Jimmy war wieder mein Busfahrer und er begrüßte mich mit einem freundlichen „Guten Morgen! Where are you off to today?“.

Ich wollte heute als erstes zur Scenic World. Hier kann man ins Tal, zu einem Gehweg durch den Regenwald, der wunderschön sein soll. Der Weg nach unten führt entweder über fast 1000 Stufen, die steilste Eisenbahn der Welt (51° Steigung) oder eine Seilbahn. Außerdem gibt es hier eine Seilbahn über das Tal an den Katoomba Falls vorbei mit einem Glasboden, sodass man schön runter schauen kann (ich glaube, es geht da ca. 300 m runter – gefühlt!). Wer mich kennt weiß wie gut ich zu Höhen stehe… Also war das Ding über das Tal schon mal weggefallen. Okay, aber ich wollte ja eh ins Tal. In dem Zentrum angekommen ging ich direkt zur Kasse/Information und habe nachgefragt, ob man bei der Seilbahn durch schauen kann und wie schlimm die Zugfahrt da runter ist. Die nette junge Frau sagte, dass es gar nicht schlimm sei und dass ich doch einfach mal hoch gehen solle um mir anzuschauen, wie die Seilbahn ankommt. Oh, das hätt sie mir besser nicht vorgeschlagen. In dem Moment als ich das gesehen habe, habe ich entschieden da nicht mit zu fahren. Der Zug fiel leider auch aus – den habe ich auch gesehen (lustig, die spielen die Titelmelodie von Indiana Jones, wenn er los fährt). Also habe ich mich auf den Weg zu den Stufen gemacht – ich wollte da wirklich gerne runter. Leider sind hier in den Bergen Stufen nicht unbedingt das, was wir darunter verstehen… Holzstufen auf einem schmalen Weg ohne Geländer und teilweise recht nass und dadurch matschig und rutschig. Nach 300 m bin ich wieder umgekehrt, nachdem ich auf einem matschigen Stück ausgerutscht und fast hingefallen war (nicht gefährlich, nicht am Abgrund, aber das hat mir gereicht). Also bin ich wieder hoch zu dem Zentrum gelaufen und habe eine halbe Stunde da gesessen und versucht, mir Mut einzureden, dass ich da runter fahre. Hat nicht geholfen! Da der nächste Bus erst eine halbe Stunde später fuhr habe ich da noch einen Kaffee getrunken und bin dann weiter gefahren. Ich hätte mir wirklich in den Hintern beißen können dafür, dass ich so ein Angsthase bin. Ich wollte das eigentlich echt gerne sehen da unten, aber habe mich einfach nicht getraut. Schade!

Ich bin mit Jimmy weiter gefahren zum Honeymoon Lookout (ein Stopp weiter als Echo Point), weil man von da wohl einen schönen Ausblick ins Tal hat und außerdem ei n schöner Weg zum Echo Point zurück führt. Tatsächlich, das ist wahr. Ein sehr schöner Weg durch den Wald mit wunderbaren Aussichtspunkten. Von dem Weg aus kann man auch zum Giant Stairway, der über 900 Stufen fast bis ins Tal führt. Er führt aber auch über einige Stufen bis zur ersten Schwester der Three Sisters, wohin dann von den Stufen aus ein Weg rüber führt. Wiederum nichts für mich, auch weil hier extra Warnschilder stehen, dass es ein sehr steiler, schwieriger Weg ist, der nur von fitten, erfahrenen Wanderern genommen werden sollte. Gotte sei Dank ein Hinweis, der mir auch als Ausrede galt! J Auf diesem Weg (bis zum Giant Stairway) bin ich 3 Menschen begegnet.

Wieder am Echo Point angekommen habe ich dann wieder Jimmy’s Bus bestiegen (Jimmy kommt an jedem Punkt jede Stunde einmal vorbei, eine halbe Stunde später sein Kollege Bill) und bin weiter gefahren in Richtung Leura Cascades, wo Wasser hübsch über Kaskaden rauscht, bis es beim Bridal Veil Fall in die Tiefe stürzt. Ich bin einen Stopp vorher ausgestiegen, um zu den Leura Cascades zu laufen – ein traumhafter Weg, wiederum mit tollen Aussichtspunkten. Den ersten beiden Menschen bin ich bei den Leura Cascades begegnet. Wahnsinn, wie wenig da los war. Als ich mich von den Cascades wieder hoch gekämpft hatte in Richtung Bus-Stopp merkte ich, dass ich Hunger hatte (es war mittlerweile nach 14 Uhr), also bin ich in Leura Village wieder aus dem Bus (diesmal Bills Bus) raus und bin auf der Einkaufsstraße in einen wunderbaren Laden, wo ich eine extrem leckere Kürbissuppe gegessen habe. Nach einer Stunde bin ich dann wieder in Bill’s Bus gestiegen und habe mit ihm noch mal eine große Runde gedreht bis zum Gordon Falls Lookout (die Gordon Falls waren wohl mal groß, haben aber seit ein paar Jahren weniger Wasser, weil sich dieses einen anderen Weg ins Tal gesucht hat). Der Wasserfall ist keinen Stopp wert, aber die Aussicht ins Tal ist fantastisch. Die habe ich dann (zusammen mit einem asiatischen Mutter-Sohn-Gespann) ziemlich lange genossen. Eine halbe Stunde nach Ankunft da ging dann auch schon der letzte Bus (wieder Jimmy).

Im Zentrum von Katoomba habe ich Jimmy und seinen Bus verlassen und bin (nicht erschrecken!) wieder zum Kino gelaufen. Heute wollte ich mir aber keinen gewöhnlichen Kassenschlager anschauen, sondern einen Film über die Blue Mountains, der nur hier läuft. Extra für diesen Film („The Edge“) wurde im Kino (das genauso heißt) eine riesige IMAX-Leinwand gebaut (wirklich bedeutend größer als jede, die ich jemals gesehen habe). Überall habe ich nur Gutes über diesen 40-Minuten Film gehört und gelesen, also wollte ich gerne hin. Ich kam an und kaufte eine Karte für 15 Dollar. Nachdem ich bezahlt hatte sagte die junge Frau an der Kasse: „Na, da sind Sie wahrscheinlich die einzige in dem Film heute.“ SUPER! Ich ging also in den Kinosaal, der riesig ist und starrte auf die riesige, leere Leinwand (so leer wie das Kino). Da fühlt man sich ja mal gar nicht bescheuert… Als der Film schon angefangen hatte kamen noch Leute rein, eine Familie, worüber ich unendlich dankbar war, weil ich mich nicht mehr ganz so blöd fühlte. Der Film war wirklich toll und sehr informativ. Als er vorbei war habe ich der Familie gesagt, wie froh ich war, dass sie auch dazu gekommen waren und dass ich mich vorher ein bisschen albern da gefühlt hatte. Da fingen Sie an Deutsch zu sprechen. Und als ich sagte „Ach, Sie sind auch Deutsche?“ war die Unterhaltung von ihrer Seite auch direkt beendet. Vielleicht geht es ihnen wie mir manchmal auch in diesem Land: je mehr Deutsch ich an einem Tag treffe, desto weniger abenteuerlustig und mutig fühle ich mich – es ist irgendwie nichts mehr so sehr besonders, wenn es alle Deutschen zu machen scheinen.

Ich lief zurück nach Katoomba Zentrum. Um dort hin zu gelangen muss man den Great Western Highway überqueren, eine Autobahn über die Berge, entlang der Strecke gebaut, die Siedler nach vielen missglückten Versuchen über die Blue Mountains gefunden hatten. Autobahn mit Ampeln für Fußgängerüberwege – sowas findet man bei uns daheim auch nicht… allerding in Irland habe ich sowas schon gesehen. J Im Zentrum habe ich mir noch eine Sandwich gekauft und mich auf gemacht in Richtung Hotel. Unterwegs kam ich bei einem Bottleshop vorbei. Um Alkohol verkaufen zu dürfen braucht man hier spezielle Lizenzen und so haben sich Bottleshops entwickelt, die sich darauf spezialisiert haben. Ich dachte so bei mir, dass ein Bier zu dem Sandwich doch bestimmt lecker ist. Also ging ich rein und fragte nach einem „Stubbie“ (eine kleine Flasche Bier mit ca. 350ml) Carlton (welches ich hier gerne trinke). Der Mann in dem Landen erzählte mir, dass die Stubbies einzeln bedeutend teurer sind als sonst – im Sechserpack bekommst Du ein Stubbie Carlton für 15 Dollar, einzeln kostet es 4,90 Dollar. Wucher! Er sagte „ich will sie ja nicht zum Trinken verführen, aber Longnecks (Langhälse) kosten auch nur 4,90 Dollar. Das sind 750 ml. Da dachte ich „Och…“ und kaufte einen Longneck…. Da ist man dann halt doch Schwabe.

Morgen früh geht’s zurück nach Sydney, allerding nicht für lange. Um 12.15 Uhr soll mein Zug aus Katoomba ankommen, um 14.55 geht mein Zug nach Adelaide. Ich bin sehr gespannt auf die 24-Stunden Fahrt. Ihr hört dann danach wieder von mir.

Montag, 29.08.2011

Heute Morgen verließ ich Sydney und mein heiß geliebtes B&B. Es kam mir wirklich nicht so vor, als sei ich 2 Wochen in der Stadt gewesen. Ich fuhr mit dem Bus zum Hauptbahnhof und dann mit dem Zug weiter in Richtung Katoomba in den Blue Mountains. Der Zug war wie bei uns Regionalexpress-Züge. Mit vielen Haltestellen quälte er sich in die Blue Mountains hoch. Lustig fand ich bei den Zügen, dass man die Sitzlehnen umklappen kann, das heißt man kann den Sitz in Sekundenschnelle umbauen, dass man entweder in oder gegen Fahrtrichtung fährt. Hatte ich noch nicht gesehen sowas. Nach ziemlich kurzweiligen 2 Stunden kam ich also in Katoomba an. Wie schon so oft habe ich mich hier auch in den Distanzen in diesem Land geirrt und dachte, vom Bahnhof zu meinem Hotel ist es ja gar nicht so weit – das kann ich laufen. Nach gut 2 km mit ca. 25 kg Gepäck und 2 Zwischenstopps auf Bänken entlang der Straße kam ich dann auch tatsächlich nach 45 Minuten in meinem Hotel an. Das passiert mir so schnell nicht mehr!

Das Hotel ist ganz nett. Nicht das Sauberste, nicht das Schönste, aber okay und immer noch besser als mein erstes Hotel in diesem Land. Ähnlich wie in Canberra hatte ich hier aber mal wieder ein Händchen dafür, zwar nahe an Sehenswürdigkeiten zu sein (also vermeintlich nahe), dafür aber sonst ab vom Schuss. Macht nichts, hier gibt es wenigstens einen Sightseeing-Bus (auch wieder so ein Hop-On Hop-Off Ding mit einem extrem netten und lustigen Fahrer namens Jimmy, der seine Fahrgäste beim Einsteigen nach ihrer Nationalität fragt und die meisten in ihrer Sprache dann begrüßen kann und immer wieder Kommentare in der jeweiligen Landessprache abgibt während er den Bus durch Katoomba und Leura kutschiert), der auch direkt vor meinem Hotel hält und in das Zentrum des Städtchens fährt. Katoomba ist ein eher verschlafenes Nest und ich denke, wenn hier nicht so viel Tourismus wäre wegen der „Three Sisters“ und der Blue Mountains im Allgemeinen, dann wäre es schon eingeschlafen.

Im Hotel angekommen habe ich nur mein Gepäck abgeworfen und bin erst mal 20 m weiter an die Straßenecke in den kleinen Laden, habe mir Wasser gekauft, einen Burger (extrem lecker und günstig) und eine Fahrkarte für den Bus (hier gültig solange man in den Blue Mountains ist – auch cool). Die Leute in dem Laden waren ausgesprichen freundlich und lustig und ich habe mcih eine ganze Weile mit ihnen unterhalten. Bin dann (weil wirklich nicht so furchtbar weit weg und jetzt ohne Gepäck unterwegs) zu den „Three Sisters“ runter gelaufen und habe mich dort umgeschaut. Habe dann den Bus bestiegen und bin bis zum letzten Stopp mit gefahren. Aber ich hatte ja die erste Hälfte der Tour noch nicht gesehen, also habe ich Jimmy gefragt, ob er noch eine Runde fährt und bin einfach sitzen geblieben. Er hat mir unterwegs ein paar Restaurant-Tipps gegeben, wo ich abends essen könnte (Unaufgefordert und über den Lautsprecher, aber sehr willkommen). Wieder im Zentrum von Katoomba angekommen habe ich mich in ein Café gesetzt und einen Tee getrunken und überlegt, was ich nun weiter mache. Hunger hatte ich nicht wirklich und Katoomba gibt auch nicht wirklich viel her. Also bin ich ins Kino gegangen (ja, das haben sie eines) und habe mir (zusammen mit wenigen anderen) „Horrible Bosses“ angeschaut („Kill the boss“ oder wie auch immer er in Deutschland heißen mag) – ganz großes Kino! Hab sehr viel gelacht und richtig Spaß gehabt. Danach bin ich dann zurück in Richtung Zentrum gelaufen. Da dort so gar nichts mehr los war (es war ja auch schon 20 Uhr durch) bin ich dann direkt zum Hotel weiter durch gelaufen. Es war ein langer Tag und morgen habe ich viel vor, von daher ist es ganz gut… Ist jetzt, während ich schreibe dann auch doch schon wieder 22.30 Uhr durch. Laos, ab ins Bett, morgen geht’s Wandern! Ich hoffe nur, das Wetter hält. Als ich zum Hotel gelaufen bin sah es so aus, als würde es sich zuziehen (es waren zumindest kaum Sterne zu sehen)…


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