Sydney - Teil 2 (16.-22.09.2011)

Nur falls sich jemadn wundert: Ja, ich bin in einem Bed and Breakfast, habe aber entschieden, das Breakfast nicht mit zu nehmen, weil es in einem Cafe in der Nähe ist und deren Speisekarte sagt mir nicht sonderlich zu. Dafür zahle ich entsprechend weniger hier... Generell ist es aber schade, dass Phylli hier kein Frühstück mehr selbst macht, weil das alle bisherigen Gäste am meisten gelobt haben.

Samstag, 17.09.2011

Ich bin gestern dann also doch noch in Sydney angekommen. Mein Bed and Brekfast ist in Nähe Bondi Junction (ich nehme hierher den gleichen Bus wie zu dem Paddington B&B, bin nur bisschen näher am Bondi Beach). Und das No.71 B&B ist in keinster Weise vergleichbar mit meinem geliebten Paddington B&B…

Als ich ankam klopfte ich an der Tür und eine sehr nette Frau schätzungsweise um die Mitte 50 machte mir die Tür auf. Sie stellte sich mir vor als „Freundin von Phylli“. Phylli ist die Besitzerin des B&B. Ihre Freundin erklärte mir, dass Phylli abends Ihre Ruhe und einen Rückzug sucht und einfach nichts mit ihren Gästen zu tun haben will (Fair enough!) und dass sie mich stattdessen in Empfang nimmt. Sollte mir auch recht sein – nach der Anreise war ich einfach nur froh, überhaupt wo angekommen zu sein. Sie zeigte mir mein Zimmer, alles super, außer dass in dem Zimmer unendlich viele Fliegen waren. Naja gut, ich hatte schon gehört, dass in Australien Fliegen teilweise eine regelrechte Plage sein können und da ein Fliegennetz da war, das man über das Bett machen konnte dachte ich, das wird schon gehen. Das Zimmer ist total schön. Ein großes, altes Doppelbett, schöne Bettwäsche und ein Balkon – fand ich super. Außer dass man die Tür nicht ganz zumachen kann, aber da ich eh am liebsten mit offenem Fenster schlafe war mir das egal. Das Beste an dem Zimmer: Dielenboden, endlich mal kein Teppich! Dafür hat Phylli 4 Hunde (gegen die ich ja auch allergisch bin), aber davon habe ich bisher nichts gemerkt. Ich packte aus und wollte mich dann auf die Suche nach Nahrung machen. Zuvor musste ich aber noch kurz ins Bad und war vollkommen schockiert (weder positiv noch negativ, einfach baff): Phylli hat ihr Badezimmer in eine blaue Grotte verwandelt. Absoluter Wahnsinn – ich muss morgen unbedingt Bilder davon machen und Euch hochladen. Ehrlich, sowas habe ich noch nicht gesehen.

Als ich runter kam begegnete ich noch mal Phyllis Freundin und sie fragte, ob alles gut sei. Ich sagte, ja, außer dass da so viele Fliegen im Zimmer sind. Oje, sagte sie, sie holt mal lieber das Fliegen-Spray (dass sie sowas hier griffbereit haben bestätigt meine Theorie mit der Fliegen-Plage). Also liefen wir gemeinsam durch das Zimmer und besprühten die Fliegen. Das Spray betäubt sie, sodass sie runterfallen und irgendwann krepieren sie dann halt. Sie ging irgendwann los, um einen Besen zu holen, damit wir die Fliegen nicht zertreten. Sie fing an zu fegen und fegte unter dem Bett. Neben Fliegen kam dort auch eine Spinne raus. Eine GROSSE. Sie rannte auf meinen Rucksack zu. Ich war sofort starr vor Angst. Ich dachte im ersten Moment, dass es eine der giftigen Funnelweb-Spinnen sei, habe dann aber genau nachgedacht (ich habe mich ja vorher mit den Tierchen in diesem Land beschäftig, um gewappnet zu sein) und mich erinnert, dass die dunkler sind. Und da die in meinem Zimmer auch kein rotes Kreuz auf dem Rücken hatte war ich mir zumindest sicher, dass sie mich nicht umbringen kann falls sie mich beißt. Nichtdestotrotz war sie einfach riesig und ekelhaft. Phyllis Freundin versicherte mir, dass sie nichts macht. Ich versicherte ihr im Gegenzug, dass ich in dem Zimmer nicht schlafen werde, falls wir die Spinne nicht da raus kriegen. Also fingen wir an zu überlegen, wie wir das anstellen. Ich muss wohl kreidebleich gewesen sein im Gesicht, denn sie entschied sich, die anderen 2 Gäste (Mutter und Tochter, die Tochter wohnt hier um die Ecke und die Mutter ist zu Besuch da aus Melbourne). Als sie unterwegs war, die Frauen zu holen krabbelte die Spinne vor meinen Augen unters Bett, wo eine Ersatzmatratze lag. Und ratet mal, wo die Spinne verschwand. Okay, jetzt war definitiv keine Chance mehr da, dass ich in dem Zimmer schlafen würde! Die drei Frauen kehrten zurück und ich sagte ihnen, wo die Spinne verschwunden war. Sie nahmen meine Taschenlampe und leuchteten unter das Bett – nichts zu sehen. Nach einigem Hin und Her entschied Phyllis Freundin einfach, dass ich in das freie En-suite Zimmer für die Nacht ziehen sollte. Nachdem ich das einmal komplett mit der Taschenlampe abgesucht hatte war das okay für mich. Also räumten wir meine Sachen alle in das andere Zimmer. Mittlerweile hatte sich Phylli, aufgeschreckt durch den ganzen Lärm, den die Spinnen-Aktion verursacht hatte aus ihrem privaten Bereich unterm Dach runter bewegt und sprach mit ihrer Freundin. Sie war mir gegenüber ein bisschen unhöflich, aber ich hoffte einfach mal, dass das nur war weil sie in ihrer Ruhe gestört wurde. Ich bin dann erst mal los gezogen, um ganz viele Stress-Zigaretten zu rauchen und was zu essen (obwohl mir der Hunger vergangen war). Ich habe eine kleine Pizzeria gefunden, o ich (es war mittlerweile halb 10)der letzte Gast war. Ich bestellte mir (aus Mangel an Appetit) einfach nur ein Knoblauch-Pizzabrot. War lecker. Zurück in der Unterkunft habe ich noch einmal das Zimmer komplett nach Spinnen durchsucht, habe eine Schlaftablette genommen und bin ins Bett gegangen. Ich habe dann auch wirklich gut geschlafen und nicht von Spinnen geträumt (zumindest soweit ich mich erinnere).

Heute früh habe ich mir dann aber den Wecker auf 8 Uhr gestellt, weil ich zum einen nicht wusste, wann ich aus dem Zimmer raus muss und zum andere… keine Ahnung. Ich habe ausführlich geduscht und dann angefangen, meine Sachen ein bisschen zusammen zu packen. Ich wollte mal schauen, wie das mit Phylli so laufen würde und wenn sie sich weigern würde nach der Spinne zu suchen, dann würde ich mir eine andere Unterkunft suchen. Als ich aus meinem Zimmer kam hörte ich in meinem ursprünglichen Zimmer den Staubsauger laufen. Gut, dachte ich. Als ich hört, dass er dann mal aus war bin ich hin und habe geklopft. Phylli machte die Tür auf und strahlte mich an. „Oh, Guten Morgen! Ich hoffe, Du hast schlafen können? Entschuldige wegen gestern Abend, ich war vielleicht ein bisschen unhöflich. Wow, das muss ja ein Schock für Dich gewesen sein mit der Spinne. Gute Neuigkeiten: ich habe sie gefunden!“ Ich war wieder versöhnt. Phylli hat das gesamte Zimmer auf den Kopf gestellt, um die Spinne zu finden. Sie hat alles gesaugt. Alle Spinnenweben, die vorher in irgendwelchen Ecken hingen sind jetzt weg. Und die hat auch die Matratze unter dem Bett aus dem Zimmer geräumt. Die Spinne, die mir den Schrecken eingejagt hat war eine HUNTSMAN SPIDER (http://en.wikipedia.org/wiki/Huntsman_spider) – EKELHAFT!!!! Phylli hat die Fenster zu gemacht, hat mir einen Ventilator ins Zimmer gestellt und sich richtig bemüht und war total nett. Sie ist ursprünglich aus England, aus Devonshire. Wir haben ein bisschen über das englische Wetter geschimpft und nett geplaudert. Ich bin dann (weil sie noch nicht ganz fertig war) erst mal raus Frühstück suchen und bin in dem Einkaufszentrum eine Weile rum gelaufen. Als ich zurück kam hatte Phylli meine Sachen wieder in mein ursprüngliches Zimmer geräumt. Alles fein.

Ich bin dann los gezogen und wollte zum Bondi Beach. Das wollten alle. Klar, tolles Wetter und Wochenende. Als ich an der Busstation ankam, standen da (ungelogen!) ca. 200 Menschen für die Busse nach Bondi Beach an. Da hatte ich ja mal so gar keine Lust drauf. Also habe ich spontan entschieden, zum Circular Quay zu fahren, ein Starbucks-Kaltgetränk zu mir zu nehmen und dann von der Stadt aus einen der Busse zum Bondi Beach zu nehmen. Gedacht, getan. Ich bin vom Circular Quay (nach meinem Starbucks) zur Oper gelaufen, dann mit dem Bus zum Strand raus. Da war es mittlerweile ziemlich frisch geworden und viele waren schon wieder auf dem Heimweg, was man an den langen Schlagen für die Busse zurück in die Stadt sah. Sollte mir nur Recht sein. Nachdem ich lange am Strand rumgelaufen war und rumgesessen hatte bin ich in ein gutes Restaurant und habe ein Filet-Steak gegessen. Ich hatte richtigen Fleisch-Hunger. Ich musste da ca. 20 Minuten auf einen freien Tisch warten, so voll war der Laden. Aber es hat sich gelohnt. Das Fleisch war echt gut und der Wein, den ich dazu hatte auch.

Danach wieder zurück in die Unterkunft, habe das Zimmer abgesucht, ob nicht doch wieder eine Spinne rein gekommen ist (nein) und sitze jetzt hier im Aufenthaltsraum und schreibe.

Morgen ist der Sydney Marathon. Da werde ich mal hin schauen, wenn ich es schaffe frühzeitig aufzustehen, der geht nämlich schon um 7.30 Uhr los. Ansonsten werde ich mich in den nächsten Tagen einfach treiben lassen, schauen worauf ich Lust habe und mich erholen. Das ist das Schöne daran, wieder in Sydney zu sein: hier habe ich nicht das Gefühl und das Verlangen, großartig Sightseeing zu machen. Ich habe zwar nicht alles gesehen, aber ich denke, alles Wichtige auf jeden Fall. Beim Paddington B&B werde ich mal vorbei schauen. Mary J hat gesagt, ich soll mal auf einen Tee vorbeikommen, wenn ich in der Gegend bin (wir haben E-Mails geschrieben seitdem ich da weg bin. Finde ich sehr nett!).

Ich weiß noch nicht, ob ich in den nächsten Tagen Berichte schreiben werde oder nicht – da schau ich einfach mal, wie die Laune ist und ob ich etwas erlebe. Ich werde Euch aber einfach auf der Startseite meiner Homepage wissen lassen, ob es einen neuen Bericht gibt oder nicht…


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